Geschichte

Vallis Baptismi – Tal der Taufe – Taufe. Diese uralte Bezeichnung beweist die traditionelle Bedeutung dieses Ortes, wo in der Minderstadt Křtiny, mitten in wunderschöner Natur seit 1750 eine Barocke Kathedrale, Schloss und Park des Architekten Johann Blasius Santini-Aichl liegt. An 10.200 ha Waldflächen, die sich nördlich von der Stadt Brno, in der Umgebung von Jedovnice, Křtiny, Adamov, Bílovice nad Svitavou und Vranov u Brna erstrecken und teilweise unter Mährischen Karst und den Eigentum der Mendel Universität in Brno fallen, verwaltet seit 1923 der Lehrforstbetrieb Masaryk Wald Křtiny, sowie das Schloss Křtiny und den Park. Obwohl die Kirche und das Schloss nicht am höchsten Punk der Gegend stehen, bilden sie die Dominante im Tal Křtiny.

Die erste schriftliche Erwähnung über Křtiny stammt aus dem Jahr 1237, die Geschichte des Ortes geht jedoch bis zur Ankunft der Slawenapostel Kyrill und Method im 9. Jahrhundert, was deutlich an dem Namen der Stadt zu sehen ist. Das Schloss in Křtiny, ehemalige Residenz des Prämonstratenser Ordens Obrowitz gehört zusammen mit der hiesigen Wallfahrtskirche der Jungfrau Maria zum Nationalen Kulturdenkmal. Der ganze Komplex ist mit dem Namen des tschechischen Architekten italienischer Herkunft Johann Blasius Santini-Aichl (1677 – 1723) verbunden. Nach seinen Plänen wurde in den Jahren 1718 – 1750 an diesem Wallfahrtsort eine Barocke Kathedrale erbaut, wobei der Außenwandschmuck schon in den Rokokostil übergeht. An der inneren Ausgestaltung arbeiteten damaligen führenden mährischen Künstler, insbesondere Maler Johann Georg Etgens und Bildhauer Andreas Schweigel. Santinis Kathedrale wurde an der Stelle zweier ursprünglichen Kirchen erbaut – einer romanischen (genannt tschechische) und einer gotischen (genannt deutsche).

Den größten Ruhm erlebte das Kloster Křtiny in der zweiten Hälfte des 18. Jhs. nach der Einweihung der Kirche. Bald folgte jedoch Aufhebung der Kirche im Zuge der josephinischen Reformen. Die Kirche diente weiter der Kirchengemeinde, aber die Klostergüter wurden verkauft. Und so kamen neue Besitzer– Herren von Dietrichstein, nach ihnen Herren von Bubna und Lititz und Herren von Tauber. Im Jahre 1894 wurde das Schloss Křtiny an Johann II. von Liechtenstein verkauft, der beabsichtigte ihn zu rekonstruieren und der Gemeinde als Schul- oder Krankenhausgebäude zu schenken. Die Gemeinde fürchtete jedoch riesige Kosten tragen zu müssen und nahm deshalb dieses Geschenk nicht an, in dem Schlossgebäude wohnte danach nur ein Arzt.

Im Jahre 1923 kam es zur Überlassung des Liechtensteiner Grundbesitzes bei Adamov der Hochschule für Landwirtschaft in Brno, zugleich kam es auch zur Übergabe des Schlosses in Křtiny. Das Gebäude diente auch weiterhin als Sitz des Arztes, während des zweiten Weltkrieges nützte die deutsche Armee die Unterkunftsmöglichkeiten des Schlosses aus. Erst seit 50er Jahren vergangenen Jahrhunderts wird das Objekt zum praktischen Unterricht auf dem Landgut verwendet. Es wurden zahlreiche zweckbedingte Umgestaltungen und Reparaturen vorgenommen, aber im Ganzen verkommt das Schloss. Anfang 80. er Jahre 20. Jhs. übergibt die Hochschule für Landwirtschaft in Brno das Schloss ganz in die Verwaltung von Lehrforstbetrieb Křtiny, denn seit 1967 hat dort ihren Sitz die Zentrale des Betriebs (bis 1996). Seit 1994 machte das Schloss umfangreiche Rekonstruktionsarbeiten durch. Zuerst wurde das Dachgerüst saniert und die Dachbedeckung renoviert, um das Wassereindringen ins Schloss zu verhindern, danach wurde im Jahre 1997 der südliche Schlossflügel rekonstruiert. Bis Ende 2001 wurden hier eine neue Küche, ein Restaurant und ein moderner audiovisueller Lehrsaal errichtet. Rekonstruiert wurde auch der Festsaal. Daraufhin folgte eine generelle Rekonstruktion und Umbau des Hauptgebäudes. Im November 2008 wurde der restliche Teil des Schlosses – der nördliche Schlossflügel kollaudiert. In zwei Stockwerken entstanden neue Unterkunftsräume (23 Zimmer), neue Küche mit Restaurant, im Erdgeschoss Ausstellungs- und Auskunftsraum und multifunktionalen Räume (Lehrzimmer). Durch neue Fassade wurde Ende des Jahres 2010 die Rekonstruktion des Schlosses Křtiny abgeschlossen.

Ein definitiver Punkt der Rekonstruktion des Komplexes von Santini war die Revitalisierung der Parkanlagen auf der Fläche von 2,7 ha, die im Herbst 2012 auf Grund des Projekts von Herrn Prof. Ivan Otruba und Ing. Ondřej Nečaský vollendet wurde.

Das Schloss Křtiny zusammen mit dem Park wurde also in den Jahren 1994 – 2012 ganz rekonstruiert und dient heute zum Unterricht der Studenten und Fachtätigkeit der Pädagogen aller Fakultäten der Mendel Universität, sowie weiteren Universitäten und Institutionen, der Fach- und Laienöffentlichkeit, den Bewohnern der Gemeinde Křtiny und den Besuchern der hiesigen Region.

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